Ein Münzschatz aus Hafning 

In der Flur Tobel bei Hafning wurde um 2008/2009 im Wald ein kleiner Münzschatz gefunden – ganz ohne Hinweis auf ein Gefäß, in dem er aufbewahrt war. 2012 wurden die Münzen am Institut für Numismatik der Universität Wien untersucht, dokumentiert und fotografiert, damit der Fund auch künftig für die Forschung zugänglich bleibt.

Insgesamt kamen 64 Münzen zusammen, dazu noch ein paar winzige, nicht mehr bestimmbare Bruchstücke. Manche Münzen waren zerbrochen, einige Teile ließen sich wieder zusammenfügen. Da die Schäden offenbar schon vor der Ausgrabung da waren, überlegen die Forscher, ob die Münzen absichtlich zerbrochen vergraben wurden – dann wäre es eher ein Edelmetall-Vorrat als eine normale Geldbörse gewesen.

Die jüngste Münze stammt aus dem Jahr 1486. Der Schatz wurde also frühestens Ende der 1480er oder Anfang der 1490er Jahre vergraben. Zusätzlich fand sich noch ein rund 100 Jahre jüngerer Kreuzer aus dem Bistum Chur, der aber nicht zum eigentlichen Fund gehört – er wird nur der Vollständigkeit halber mit veröffentlicht.

Bei den Münzen handelt es sich um ganz gewöhnliches Kleingeld: Pfennige, Kreuzer und ein sogenanntes Grossetl aus Österreich, Tirol und Görz, dazu Denare aus Ungarn und Aquileia. Auffällig ist, was fehlt: die kleinste Münzsorte (Hälbling) ebenso wie größere Nominale wie Prager Groschen oder Goldmünzen, die damals meist aus Ungarn kamen.

Der Fund von Tobel gilt als wichtiges Zeugnis für die Geschichte des Bezirks Neunkirchen im späten Mittelalter. Ob er mit dem nahen Bergbau in Karth zu tun hat, lässt sich allerdings nicht klären – genauso wenig wie bei den Münzschätzen aus Witzelsberg (um 1460), obwohl die dort direkt im Bergbaugebiet lagen.

Quelle: Hubert Emmerig – Friedrich Beyer, in: Römisches Österreich, Jahresschrift der Österreichischen Gesellschaft für Archäologie, Jg. 36, 2013