Hafning und seine Töpfer und Keramikhandwerker – eine Spurensuche
Der Name unseres Ortes Hafning in der Gemeinde Wartmannstetten ist ein kleines historisches Archiv. Die Überlieferung bringt ihn direkt mit den sogenannten „Hafnern“ in Verbindung – also mit Töpfern und Keramikhandwerkern. Das legt nahe, dass hier schon sehr früh Menschen lebten, die mit Ton arbeiteten und das dörfliche Leben maßgeblich prägten.
Von „de Havenaren“ zu Hafning
Besonders spannend ist ein Blick in die Gemeindechronik: Bereits im 12. Jahrhundert taucht die alte Namensform „de Havenaren“ auf, bevor der Ort 1343 als „Hafnern“ in Erscheinung tritt. Auch wenn sich heute nicht mehr exakt sagen lässt, wie groß oder dauerhaft dieses Handwerkszentrum war, spricht die Namensgeschichte eine deutliche Sprache. Hafning war über viele Jahrhunderte ein ländlich geprägter Lebensraum, in dem Landwirtschaft und Töpferhandwerk Hand in Hand gingen. Theorien über eine größere Ziegelproduktion lassen sich in den historischen Quellen hingegen nicht belegen.
Spuren der Vergangenheit in der Landschaft
Wer rund um Hafning unterwegs ist, stößt auf mehrere historische und landschaftliche Besonderheiten. Ein markantes Zeugnis der Vergangenheit ist das Rehgartlkreuz, das vermutlich aus der Zeit um 1480/90 stammt und 1499 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Auch der „Hohle Stein“, ein ausgewiesenes Naturdenkmal der Gemeinde, erzählt von einer langen Nutzung unserer Umgebung. Diese Orte machen deutlich, dass Hafning weit mehr ist als nur eine Siedlung – es ist eine historisch gewachsene Kulturlandschaft.
Burg Tobel
Bereits um 1180 ist erstmals ein „Leutoldus de Tobel“ urkundlich nachweisbar. Die fast kreisrunde Anlage bildete im Spätmittelalter mit den benachbarten Burgen Grabensee und Straßhof ein strategisches Burgendreieck. Dieser wehrhafte Vorposten diente dazu, die über das Gebirge nach Süden führenden Wege und Straßen abzusichern. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts wurde der Bau öfters genannt, danach dürfte die Anlage verfallen sein.
Heute weist noch die Flurbezeichnung „im Topel“ und die Straßenbezeichnung "Tobelgasse" auf den Standort hin, auch wenn die Überreste im Wald zum Großteil überwachsen sind. Dies zeigt, wie lebendig und greifbar die Geschichte in Hafning bis heute ist.